logo
Suche
Stichworte / Keywords:
Die Anfänge der SWS oder „Wagi Schlieren“
Die weitaus ältesten Bilder im ehemaligen Bombardier-Archiv, welches von der SGEG in Adliswil betreut wird, stammen von der Schweizerische Wagonsfabrik A.G. in Schlieren (SWS), in Zürich und Umgebung als „Wagi Schlieren“ bekannt. Die etwas verwickelte Gründungsgeschichte der Firma wurde in der Hauszeitschrift "Schlieren-Magazin", Ausgabe September 1974, ausführlich geschildert. Hier als Zusammenfassung die wichtigsten Ereignisse.

Am 18. Mai 1895 kaufte der Nobel-Carossier J.C. Geissberger aus Zürich das spätere Wagi-Areal in Schlieren.

Am. 1. Oktober 1896, also ziemlich genau zum Produktionsbeginn am neuen Standort Schlieren, wurde die bisherige Einzelfirma in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Kommanditäre waren Julius Schwarzenbach und Konrad Jenny-Jenny, beide aus Thalwil. Es sollten Luxus-Pferdewagen und hölzerne Wagenräder in Serie hergestellt werden. Daraus wurde nichts, die Nachfrage fehlte.

Am 29. November 1899 fand die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft statt, damit verbunden die neue Namensgebung "Schweizerische Wagen- und Wagonsfabrik A.G, vormals Geissberger & Cie. in Zürich". „Wagi“ ist eine Verkürzung des 1899 eingeführten Firmennamens.

Schon 1898 hatte man alle Vorbereitungen für die Produktion von Tramwagen und Eisenbahnfahrzeugen im weiteren Sinne aufgenommen. Die Städtische Strassenbahn Zürich StStZ bestellte ihre erste Serie von Motorwagen, die Nummern 57-84, in Schlieren.

Bis zu Inbetriebnahme der Limmattal-Strassenbahn LSB am 20. Dezember 1900 mussten die neuen Tramwagen auf mühselige Art mit Pferdefuhrwerken in die Stadt gebracht werden. Eine besonders schöne Glasplatten-Aufnahme zeigt den einzigen Tramwagen der 1899 eröffneten Dolderbahn, versandbereit auf einem hölzernen Geissberger-Strassenfuhrwerk. 1900-1955 verfügte die SWS über einen direkten Anschluss ans Zürcher Tramnetz.

Im Februar 1901 wurde der stagnierende und in Schlieren eigentlich nur störende Bau von Luxuskarossen an die alte Firma Geissberger in Zürich abgetreten, man hiess ab 23. November 1901 nur noch "Schweizerische Wagonsfabrik A.G. in Schlieren (SWS)". Die Herren Geissberger (Johann Caspar und Robert) zogen sich aus Direktion und Verwaltungsrat zurück. Josef Koch nahm die Zügel in die Hand, als leitender Ingenieur, Kundenbetreuer und Direktor in einem, und zwar für die unglaublich lange und für die SWS prägende Zeitspanne von 1901-1942!

Der erste SBB-Auftrag traf 1903 ein und lautete auf 12 Schnellzugswagen BC3ü für die neue Simplon-Linie.

Schweizer Konstrukteure für Eisenbahnwagen waren um 1900 nicht zu finden, denn diese arbeiteten alle bei der SIG in Neuhausen oder bei der Centralbahn in Olten. Es waren ein halbes Dutzend Fachleute aus Deutschland, welche den Wagi-Leuten den Bau von Schienenfahrzeugen beibrachten!

Zusammenfassung: Werner Hardmeier
bahnarchiv.ch
Seestrasse 309 CH-8038 Zürich
info@bahnarchiv.ch - http://www.bahnarchiv.ch